Bericht des Ransom-Konzerts am 11.04.04 im club-w71 in Weikersheim

Es wird wieder Sommer...

Weikersheim. Wann merkt man, dass es wieder Sommer wird? Am Wetter? Nein! Man merkt es, wenn sommerliche Klänge und Harmonien von allen Seiten an das Ohr dringen und man einfach nur fröhlich dazu tanzen muss und eben zu guter Laune gezwungen wird. So ging es auch dem Publikum am Sonntag im Club w71 in Weikersheim, denn die 08/15-Poppunk-Band „Ransom“ aus Berlin feierte mit der inspirierten Skaband „Skalamanda“ ein powervolles Rockkonzert. Gegen 22.00 Uhr, als der legendäre Club schon so voll wie selten war, startete der Abend mit Skalamanda aus Schweinfurt. Die 8-köpfige Combo aus Blas- und Gitarrenmusik verbreitete schon schnell eine gute Laune mit ihren simpel gestrickten Skasongs. Unter ihnen befanden sich unter anderem Coverversionen von Survivors „Eye Of The Tiger“ und dem Tito & Tarantula – Kultsong „Pulp Fiction“ in Eigeninterpretationen. Selten war das Publikum schon durch das Vorprogramm so zu Brei gerockt worden. Letztendlich wurden lautstark noch Zugaben gefordert, nachdem die acht Schweinfurter nach etwa einer Stunde die Bühne verlassen hatten. Diese wurde auch in der selbst bezeichnenden Hitmelodie „Skalamanda“ gespielt und im Zuschauerraum war eine gute Laune, wie sie kaum noch besser sein konnte. Schon jetzt war der Abend für die meisten ein voller Erfolg, denn Skalamanda hatte jegliche schlechte Laune vertrieben und eine super Stimmung fabriziert. Eine Stimmungssteigerung war nur noch durch die Berliner Sommerpunkband Ransom zu erreichen. Diese begannen ihre Show auch etwa 20 Minuten nach dem Ende des Vorprogramms. Das Publikum hatte sich nicht zu viel erhofft, denn die Berliner peitschten das Publikum von Anfang an mit ihrer fröhlichen Art, Musik zu machen, nach vorne. Von ihrem Debut-Album „Escape From Suburbia“ spielten die Berliner nahezu alle Stücke. Songs wie der Sommerhit „California“, die charmante Popmelodie „Boy Kicks Girl“ oder die Feststellung „I Know You Don’t Like Songs About You!“ begeisterten das Publikum und steigerten die Stimmung mehr und mehr. Die Musik des Vierers, auftretend mit zwei Gitarren, Schlagzeug und einem singenden Basser, ging sehr gut ins Gehör, denn sie arbeitet sowohl mit der nicht fehlenden Härte als auch mit einem nahezu süßlichen Harmoniebedarf. Fans von Bands wie „Donots“ oder „Blink-182“ waren an diesem Abend durchaus befriedigt. Und so führten Ransom durch die etwa anderthalb Stunden andauernde Show voll Power und Spielfreude. Ob Skatanz, Ob Pogo, ob Stagediving – das Publikum war sich an diesem für nichts zu schade und feierte den Ostersonntag einmal auf andere Weise. Als bei „Guacamole“, dem letzten Song des Ransom-Sets das Instrumenten des einen Gitarristen den Geist aufgegeben hatte, das Publikum jedoch nicht locker lassen gewollt hatte und Zugaben gefordert hatte, kam die Band noch einmal zurück auf die Bühne und spielte mit einer Gitarre mit der Anmerkung, es klänge jetzt wohl ein bisschen dünner, noch zwei Zugaben, bei denen der Gitarrist, dessen Instrument kaputt war, ins Publikum sprang und getragen von den Zuschauern weitersang. Diese Aktion, die die Stimmung natürlich noch mehr zum Überkochen brachte, rundete den rundum gelungenen Abend voll und ganz ab. Es war mal wieder ein großer Erfolg für alle, die dies miterleben durften und für die veranstaltenden Verantwortlichen, die diesen spaßigen „Sommerabend“ erst möglich gemacht hatten. Ja, der Sommer kann kommen! Auch in Weikersheim!
Jochen Rabe

Bilder von Schorle

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