Bericht des BOOZED-Konzerts am 26.03.04 im club-w71 in Weikersheim

Schweißtreibender Abend für Rockfans

Weikersheim. Geht man in diesen Zeiten auf Konzerte von Rockbands, so kann man sich immer sicher sein, dass einen ein schweißtreibendes Lärminferno mit viel Pogotanz erwartet. So auch am Freitag, den 26.3.2004 im Weikersheimer Kultclub w71. Dass die Konzerte hier immer stimmungsvoll verlaufen, war im Voraus bekannt, doch es sollte ein denkwürdiger Gute-Laune-Abend mit der Nu-Metal-Band „Torrance“ und der Punk’n’Roll-Band „Boozed“ aus Osnabrück werden. Um 22.00 Uhr, als die Räumlichkeit durchaus gut gefüllt war, sollte der Konzertabend also durch die hohenlohische Nu-Metal-Band „Torrance“ eröffnet werden. Sie zeichneten sich von der ersten Minute mit Spielfreude und nicht fehlender Härte aus und im Publikum machte sich so richtig die Stimmung breit. Der Sound der Vorgruppe war im Großen und Ganzen der, den man heute unter dem Begriff Nu-Metal zusammenfasst; er glänzte durch saubere Harmonien, aber auch durch stark verzerrte Gitarren und ein riesiges Output an Ideen. Etwa eine Dreiviertelstunde rockte das Quartett den Metalfan und verließ dann nach einer Zugabe, die es nach lautstarken Forderungen erbrachte, die Bühne. Das Fundament für eine gute Show der Osnabrücker Punk-Rock’n’Roller „Boozed“ war gelegt und gegen 23.15 Uhr betraten diese dann auch die Bühne. Bereits die ersten Songs zeigten die Marschrichtung des Abends an – nach vorne! Schnell ging der Funke, der von der Band ausging, auf das Publikum über und es entfachte sich ein dynamischer Pogo in den vorderen Reihen. Der Musik des Fünfers merkte man streckenweise an, dass sie von ACDC, von denen sie früher Stücke gecovert hatten, aber auch von härteren Bands wie Motörhead inspiriert waren. Eigenständigkeit war jedoch das, was dem Ganzen noch den letzten Schliff verpasste und dem Konzert seinen Stempel aufdrückte. All diese Soundeigenschaften, gepaart mit einer unglaublichen Bühnenpräsens ließen den Abend richtig groß werden. Nach einer Stunde Rock’n’Roll verließ Boozed die Bühne und verabschiedete sich vom Publikum, dass jedoch nicht locker lassen wollte und ihnen lauthals Zugabe-Rufe entgegenwarf. Also wurde der dankbaren Hörerschaft noch in Form von zwei Zugaben Tribut gezollt. „Boozed“, die in Fünfer-Besetzung mit Schlagzeug, zwei Gitarren, Bassgitarre und Gesang aufliefen, wurde von dem hochzufriedenen Publikum gefeiert und bejubelt. Selbst von Leuten, die normalerweise nicht so viel mit diesem neuartigen Mischmasch aus Metal, Punk Rock und Rock’n’Roll anfangen können, kam ob der guten Stimmung und der Spielfreude der beiden Bands doch eine positive Resonanz. Dieser Abend hat mal wieder gezeigt, dass es sich auch in den heutigen Zeiten noch lohnt, auf Rockkonzerte zu gehen und dass die Musikwelt keineswegs verkommt.
Jochen Rabe

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