Bericht des Audio Kollaps-Konzerts am 14.02.04 im club-w71 in Weikersheim


Kein Konzert für schwache Nerven

Weikersheim. Am Samstag, dem diesjährigen Valentinstag, war ein großer Tag für den Fan der harten Töne, denn im club-w71 in Weikersheim spielte die Hannoveraner Grindcore-Band „Audio Kollaps“ mit dem Punk’n’Roll-Support „Love And A 45“. Ein großes Spektakel wurde sowohl von Metal-Fans als auch von Punks erwartet, weshalb sich der legendäre Club auch schnell füllte. Den Zuschauer und die Musiker erwartete ein mit roten Rosen für den Valentinstag geschmückter Konzertraum. Als gegen 22.15 Uhr die Stimmung darin schon fast am Überkochen war, betrat der Support aus Ochsenfurt die Bühne und begann das Konzert mit dem bezeichnenden Titel „Love and a 45“. Etwa eine Stunde verwandelten die Punk’n’Roller den Club in einen Hexenkessel: Der Sänger tobte wie wild über die Bühne und legte einen beneidenswerten Hüftschwung aufs Parkett und der Gitarrist überzeugte durch Dynamik und eine Mimik vom Feinsten. Alles in allem zelebrierten die vier Jungs geradezu schweißtreibenden Punkrock und heizten das Publikum herrlich für den Hauptact aus Hannover an. Dieser war nichts für schwache Nerven. Die Combo „Audio Kollaps“, die aus der Punklegende „Recharge“ hervorgegangen war, aber nicht als deren Nachfolger gehandelt werden will, eröffnete den Gig mit dem von der Platte „Ultima Ratio“ bekannten Intro und dem dazugehörigen Opener „Atomic“. Mit Hits wie „Tief gesunken“, „Scheisse im System“ oder „5 vor 12“ zogen die 4 Hannoveraner, die in der klassischen Besetzung mit Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger und Bassist agierten, Weikersheim in ihren Bann. Anderthalb Stunden lang legten die Hardcore-Punks eine Glanzleistung in Sachen Härte, Schnelligkeit und Brutalität hin. Alle, die begeistert von Death-Metal, Crust oder Hardcore-Punk sind, kamen an diesem Valentinstag auf ihre Kosten. Als das Set der Herren aus der Expo-Stadt ihr Ende gefunden hatte, die Zuschauer jedoch nicht locker gelassen und lautstark Zugaben gefordert hatten, spielten sie noch einmal die aus dem Zuschauerraum geforderten Songs „5 vor 12“, „Zu spät“ und das allseits beliebte „Horst“, welches den Abend gelungen abrunden sollte. Zusammenfassend wäre also zu sagen, dass die hohen Erwartungen, die an dieses death-metallige Konzert gerichtet waren, wohl allseits erfüllt worden sind. Im Publikum war die Meinung scheinbar einstimmig, dass jeder froh sein konnte, diesen Gig im populären club w-71 zu Weikersheim nicht verpasst zu haben.
Jochen Rabe

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