Sonntag, 8. Dezember 2019 ab 18:00 Uhr im Club W71, Weikersheim
Konzert mit Hélène Breschand & Elliott Sharp (Paris/NYC)

Seit uns Elliott letztes Jahr mit seinem Soloprogramm begeistern konnte, suchen wir nach weiteren Kollaborationen, Projekten, mit denen wir diesen aussergewöhnlichen Musiker wieder zu uns laden können, und dann gibt es, aus dem Blauen heraus dieses wunderliche Duo auf Tour im Dezember. Ich übersetze den Pressetext zum neuen Album der Beiden:

„An einem bestimmten Punkt in ihrem langzeitigen Zusammenspiel, erkannten Helene Breschand und Elliott Sharp, dass es an der Zeit ist ein Album aufzunehmen. Sie igelten sich also in Helene´s Studio im XIII Arrondissement ein und ernährten sich von grünen Bohnen, rotem Wein und schwarzem Kaffee und pflasterten Songs zusammen, alte und neue, leicht inspiriert von den Werken von Jane Birkin und Serge Gainsbourg, gefiltert durch pataphysischen Strandgüter des 20ten Jahrhunderts um einen Mix aus Neurotika, Erotika, Geräusch, Groove, Virtuosität, Schroffheit und dem Geist des Spiels zu kreiren. Sie zogen dann um ins geschätzte Studio Poptones in der Nähe der Bastille um 11 Songs auf Jean-Charles Versaris Pult abzulegen. Beim Verlassen des Studios, als der Abend dämmerte, ein Bild-schönes Zwielicht, war auch der Titel des Albums offenbart.“

Und ein schönes, ungewöhnliches und interessantes Album ist es geworden, es rockt zwischen Paris und dem mittleren Westen, Sharp bringt uns Wüstenklänge und Breschand die frankofilen Kolonien. Dann ist es wieder supersophisticated NYC-Style oder dämmeriger Chanson Noir - ich bin schwer gespannt, wie der Spannungsbogen im Live-Konzert gezogen wird.

Womit ich rechne ist ein ungewöhnliches Konzert, das sowohl für Freunde der experimentellen Avantgarde, für unsere Free-Jazz Gemeinde wie auch für den aufgeschlossenen Rock und Chanson-Freund eine grosse Freude bieten wird. SMX.


Über Breschand weiss ich nicht viel, auf Wikipedia steht am Anfang: Hélène Breschand (* 18. März 1966 in Paris) ist eine französische Harfenistin und Komponistin. Breschand führt eine Karriere sowohl als Solokünstlerin als auch als Ensemblespielerin. Sie interpretiert geschriebene Neue Musik ebenso wie sie als Improvisationsmusikerin tätig ist.

Über Sharp habe ich schon letztes Mal viel zusammengetragen, also hier nochmal:

Sharp ist ein amerikanischer Multi-Instrumentalist, Komponist und auftretender Künstler. Eine zentrale Figur in der Avant-Garde und experimentellen Musik Szene in New York City für über 30 Jahre, hat Elliott Sharp mehr als 85 Aufnahmen veröffentlicht, deren Bandbreite von orchestraler Musik zu Blues, Jazz, Noise, no wave Rock und Techno Musik reicht. Er ist der Bandleader der Projekte SysOrk und Orchestra Carbon, Tectonics und Terraplane und ist ein Pionier in Wegen zur Anwendung von Fraktaler Geometrie, Chaos Theorie und genetischen Metaphern in musikalischer Komposition und Interaktion.

Sharp ist also ein unbändiger kluger Kopf, der kaum Berührungsängste kennt, ein freier Künstler dessen Liste von musikalischen Partnern mit schillernden Namen geradezu Ping Pong spielt: Debbie Harry (Blondie), Ensemble Modern, Kronos String Quartett, Nusrat Fateh Ali Khan, Frances Marie Uitti, Pops Staples - es springt von der einen zur andren Ecke, Sharp scheint immer auf der Suche zu sein, nach neuem Ausdruck seiner musikalischen Ideen.

Sharp schreibt Filmscores, schreibt Opern (dieses Jahr auf der Ruhr Trienale), macht Sound Design für Festivals oder auch MTV und hat zahllose Sound Installationen in Galerien und Museen abgeliefert.

Eintritt: 15€ / Mitglieder 12€